Geschichte der Ölmühle |HOME|
Die Vorfahren der Familie Wem wanderten in der Mitte des 17. Jahrhunderts aus Saanen (Berner Oberland, Schweiz) in unsere Gegend ein. Die Grafen von Nassau-Saarbrücken versuchten durch solche Anwerbungen aus den unterschiedlichsten Ländern Mitteleuropas die durch den 30-jährigen Krieg verwüsteten Gebiete wieder neu zu besiedeln. Die Familie Wem wird aber erst im Jahre 1704 in Fürth ansässig.

Die Mühle wird 1841 erbaut. Dieser erste und somit älteste Gebäudeteil beherbergte aber lediglich die Mühleneinrichtung. Ab dem Jahre 1852 wurden nach und nach Stallungen und ein Wohnhaus hinzugefügt. Nach weiteren grundlegenden Umbaumaßnahmen erhält das Gebäude bereits 1877 seine heutige Form.

Zunächst wurde eine Mahlmühle betrieben, der 1856 eine Ölmühle (Stampfmühle) hinzugefügt wurde. Im Laufe der Jahre wurde die Mühleneinrichtung ständig modernisiert. Zeitweise arbeitete man mit zwei Wasserrädern. Die heute noch erhaltenen maschinellen Anlagen stammen zum großen Teil aus den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, wobei der Kollergang vermutlich Mitte des 19. Jahrhunderts beschafft wurde.

In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg war die Mühle Wem die größte Ölmühle an der Saar und versorgte 55 Prozent des saarländischen Marktes. Nach der wirtschaftlichen Rückgliederung an die Bundesrepublik Deutschland war man der Konkurrenz der deutschen Großölindustrie nicht mehr gewachsen, weshalb der Mühlenbetrieb 1959 eingestellt werden musste.

Die Mühle konnte nur zwei bis drei Monate im Jahr (nach der Rapsernte) betrieben werden, weshalb der Grunderwerb der Familie immer die Landwirtschaft war. Auch sie wurde im Laufe der fünfziger Jahre aufgegeben. Von da an war die ab 1902 betriebene Gastwirtschaft die alleinige Einnahmequelle der Familie. Die Eheleute Willi und Hedwig Wem bauten diese nach dem 2. Weltkrieg zu einem über die Landesgrenze bekannten Ausflugslokal aus.

Im Jahre 1990 entschieden sich die heutigen Besitzer Willi Wem und Ilse Knab die nahezu vollständig erhaltene Ölmühle zu restaurieren und somit eine in unserer Gegend wohl einmalige Einrichtung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Erhaltung der Ölmühle wäre aber ohne die großzügige Unter-stützung von Seiten des Landkreises Neunkirchen, der bei den entsprechenden Maßnahmen federführend war, nicht möglich gewesen.